Technikergipfel in Gelsenkirchen: Was nach der Entlassung kommt
Am 30.9. und 1.10. fand in Gelsenkirchen die 7. Fachmesse Krankenhaus Technologie mit Fachtagung Technik im Gesundheitswesen statt. Unter dem Motto „Innovation managen – weil Gesundheit die beste Technik braucht“ ging es zwei Tage lang darum, was Technik zu einem leistungsfähigen Gesundheitswesen beitragen kann. Aus Sicht der SmartHome Initiative fehlt in dieser Debatte häufig ein Ort: die Wohnung, in die Patientinnen und Patienten nach dem Klinikaufenthalt zurückkehren.
Kliniken müssen sparen leider auch an Infrastruktur und Technik, weil beides weit weg vom Patienten zu sein scheint. Das Bild vom Bauern, der keine Zeit hat, seine Sense zu schärfen, weil er ja mähen muss, trifft auch auf den Tag der Entlassung zu. Das Überleitungsmanagement arbeitet unter Zeitdruck, das Bett wird gebraucht, und wie der Alltag zuhause funktionieren soll, zeigt sich oft erst, wenn der Patient wieder dort ist. Die Technik, die diesen Übergang absichern kann, gibt es längst. Sie wird nur selten in die Entlassplanung einbezogen.
Wer nach einer Hüft-OP oder einem Schlaganfall nach Hause kommt, findet dort meist die Wohnung von vorher vor: dieselben Türschwellen, dieselben Lichtschalter, dasselbe Telefon im Flur. Mit assistiven Technologien lässt sich diese Wohnung in wenigen Tagen an die neue Lage anpassen. Ein Hausnotruf mit Sturzerkennung alarmiert selbstständig, wenn jemand nicht mehr aufstehen kann. Ein Kontaktsensor meldet den Angehörigen, wenn die Kühlschranktür bis zum Mittag nicht geöffnet wurde, und Blutdruck- oder Gewichtswerte gehen direkt an die Hausarztpraxis oder den Pflegedienst. So lassen sich Stürze und erneute Klinikaufnahmen vermeiden, und Angehörige müssen nicht rund um die Uhr vor Ort sein, um zu wissen, dass es dem Vater oder der Mutter gut geht.
Die SmartHome Initiative setzt sich mit dem Projekt SmartXpedia care dafür ein, dass assistive Technik fester Teil des Entlassmanagements wird. Konkret heißt das: Der Bedarf und Informationen werden schon während des Klinikaufenthalts erhoben, die Installation ist am Entlasstag abgeschlossen, und Pflegedienst, Hausarzt und Familie wissen, welche Systeme laufen und wer auf eine Meldung reagiert. Dafür müssen sich Kliniken, Kostenträger, Handwerksbetriebe und Anbieter abstimmen. In Gelsenkirchen war viel Bereitschaft zu spüren, Neues in die Krankenhäuser zu holen. Diese Bereitschaft sollte an der Haustür des Patienten nicht enden.