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Rückblick: 27. Expertenrunde SmartHomeNRW

Mittwoch, 7. Dezember 2021, 17:00 Uhr; ZOOM-Webinar

FOKUSTHEMA

Bedienung von SmartHome-Systemen
Konzepte, Erfolgsrezepte und Lösungen für User Interfaces (UIs) in SmartHomes

Ein gut funktionierender Dialog zwischen Mensch und Technik wird bei ständig steigender Zahl elektronischer Geräte und Systeme in Wohnumgebungen immer wichtiger. Vom Gelingen dieses Dialogs hängt eine hohe Akzeptanz der Anwender und Kunden und damit die volle Ausschöpfung des Nutzens der SmartHome-Ausstattung ab. Gleichzeitig fördert ein reibungsloser Mensch-Technik-Dialog die Vermarktungschancen und die Verbreitung dieser Systeme in der Praxis. Die Frage ist nur: was zeichnet optimale User-Interfaces (UIs) aus und wie realisiert und nutzt man sie? Welche Prinzipien, Konzepte und Erfolgssicherungsmethoden gibt es? Welche konkreten Best-Practice-Beispiele sind wirklich interessant und in den verschiedenen Smart-Home-Technik- und Anwendungssegmenten für die Zukunft chancenreich? Auf diese Fragen gab zumindest teilweise die 27. SmartHomeNRW-Expertenrunde mit einer Vortragsserie anerkannter und erfahrener Experten Antworten. Anschließend wurden dann in einer Podiumsrunde offen gebliebene Aspekte diskutiert werden. Mit 42 Teilnehmern fand die Expertenrunde wieder ein großes Interesse. Alle Teilnehmer erhielten nach der Veranstaltung einen Link zum Download der Vortragsfolien und des Rückblicks. Es folgt eine Zusammenfassung wichtiger und interessanter Informationen aus den Vorträgen und Diskussionen.

Infos zu SmartHome-Deutschland inkl. NRW und Sicht von SmartHomeNRW auf das Fokusthema
Klaus Scherer; Leiter Landesgruppe NRW in der SmartHome Initiative Deutschland e.V. (SmartHomeNRW)

Klaus Scherer beschrieb hier kurz die Aufgaben der SmartHome-Initiative Deutschland als SmartHome-Bundeverband zur Vernetzung der gesamten SmartHome-Wertschöpfungkette durch Informations- und Erfahrungsaustausch. Im Regionalbereich löst die Landesgruppe NRW („SmartHomeNRW“) diese Aufgabe hauptsächlich über die Expertenrunden zu bestimmten Fokusthemen. Weitere Infos zur Landesgruppe NRW: SmartHome Netzwerk West – Smarthome Deutschland (smarthome-deutschland.de)

Zum Einstieg in das Fokusthema und als Übersicht über die folgende Vortragsreihe sprach Klaus Scherer einige wesentliche Themen bzgl. Bedienung von SmartHome-Systemen an. Beispiele: fest installierte Schalter und Multifunktionsschalter; fest installierte und mobile Touchdisplays; zentrale Rolle von Tablets in Ergänzung dazu SmartPhones und SmartWatches; die immer mehr kommenden Sprachbedienungen wie z.B. ALEXA mit Anbindung an die Cloud, aber auch Sprachbedienungen auf Basis eines lokalen Servers wie proServ von PRO-KNX. Abschließend gab es einige Hinweise zum UI-Entwicklungsprozess und zu den Zusammenhängen und Unterschieden von UI (Technik der Bedienung) und UX (Anpassung an den Nutzer).


Vorträge der Experten zum Fokusthema

Touch-Screen und Co. – der Standard der SmartHome Bedienung !?
Vortrag von Frank Kreif, Geschäftsführer plugged media GmbH mit der Zeitschrift Smart Homes, Düsseldorf; kreif@pluggedmedia.de; www.pluggedmedia.de

Frank Kreif stellte heraus, dass 2007 das iPone und 2010 das iPad neue Maßstäbe der intuitiven Bedienung gesetzt haben. Die Nutzersteuerung erfolgt dabei durch einen bisher nicht bekannten Set von Gesten. Neben dem klassischen Schalter oder Taster sind Touchscreens die häufigsten und beliebtesten Bedienmöglichkeiten im Smart Home. Sie ermöglichen den Zugang zu allen Funktionen des SmartHome, auch wenn es sich um komplexere Systeme handelt. HighEnd-Systeme haben oft eine individualisiert programmierte Bedienoberfläche auf dem Touch-Screen, einfachere und kostengünstiger Systeme haben vorprogrammierte Bedienkonzepte ohne große „Geschmacksspielräume“. Bei den Konzepten sind Steuerungen über Szenarien bzw. Lebenssituationen (z.B. Aufstehen, Schlafengehen) von den raumbasierten und auf die Gewerkefunktionen fokussierten Ansätzen mit ihren unteschiedlichen Vor- und Nachteilen zu unterscheiden. Zum Ende des interessanten Übersichtsvortrags sprach Frank Kreif noch die Themen Automatisierung („das SmartHome einfach machen lassen ?“), Sprachsteuerung (mehr in low-cost-Systemen) und die Zukunftsthemen AR (augmented realitx), VR (virtual reality) und KI (künstliche Intelligenz, machine learning) an, die in Zukunft sicher auch in SmartHome-Lösungen ihren Platz finden werden.


Mit dem SmartHome sprechen – Alternative oder Zukunftslösung ?

Vortrag von Detlev Artelt; Geschäftsführer AIXVOX GmbH, Aachen; da@aixvox.net; aixvox.com, Fachbuchautor der „Voice Compass“-Reihe und Experte für OnlineArbeit beim eco – Verband der Internetwirtschaft e.V.

Detlev Artelt erinnerte zunächst an sofort einsichtige Grundeigenschaften der Sprachbedieung: sprechen ist viel schneller als tippen und sogar wischen. Und: man benötigt keine Arme und Hände. Und weiter: die Kerntechnologie der Spracherkennung ist ausgereift und lässt sich mit passenden Mikrophonen und Eingabegeräten in nahezu jeder Anwendungslage nutzen. Dazu kommt, dass die Vielzahl der angebotenen Sprachassistenten praktisch alle eine Bedienung von SmartHomes per Sprache ermöglichen. In 33 % der deutschen Haushalte gab es in 2021 mindestens einen smarten Lautsprecher wie z.B. ALEXA. Aber bei den Bedenken steht die Frage nach dem Datenschutz und dem Schutz der Privatsphäre ganz obenan. Damit direkt verbunden ist die Frage, ob Sprachassistenten nur per Cloud realisierbar sind. Detlev Artelt stellte dann die deutsche Cloud-Sprachbedienungsplattform SPEAKER und ihre div. Funktionskomponenten vor. Als cloudlose Alternative skizzierte er dann das lokal funktionierende chipbasierte Sprachinterface von proKNX, das mit einem Hutschienen-Server arbeitet und die Sprachdaten nicht zur Cloud transferiert.


Cleveres Bedienkonzept – das Chamäleon im SmartHome!

Vortrag von Raphael Tkacz, Customer Experience Manager; ALBRECHT JUNG GmbH & CO. KG; Schalksmühle; r.tkacz@jung.de; https://www.jung.de/

Ein cleveres Bedienkonzept eines smarten Wohnobjektes ist wie ein Chamäleon, das in der Lage ist, sich im Verlauf des Lebenszyklus einer Wohnimmobilie optimal anzupassen. Raphael Tkacz startete mit der Erkenntnis, dass die Erwartungen an den Wohnkomfort heute wesentlich größer sind als in früheren Jahren. Eine an diese Erwartungen angepasstes SmartHome-System wird deshalb bei der technischen Wohnungsausstattung in Zukunft immer ein Bestandteil sein. Früher gehörte das Drücken oder Drehen von Schaltern und Bedienknöpfen zu den Standard-Bedienaktionen. Heute kommt das Wischen, Klicken, einige Fingergesten und das Sprechen dazu. Bei den Kaufentscheidungen für SmartHomeSystemen steht die Benutzerfreundlichkeit mit großem Vorsprung an erster Stelle. Die Auswahl eines technischen Bedienkonzepts wird bestimmt durch Wohn- und Lebensgewohnheiten, die langfristige Lebens- und Wohn-Planung und die Gebäudestruktur. Folgende Aspekte des Systems bestimmen im Detail das Bedienkonzept: Funktionsvielfalt, Neubau oder Modernisierung, Automatisierungsgrad, autarke Einstellungsmöglichkeiten, flexible und mobile Bedienung, Ausbau- bzw. Skalierbarkeit und Wertbeständigkeit. Herr Tkacz ging dann auf die div. Möglichkeiten moderner fest installierter Schalter und Taster, auch Multifunktionstaster ein. Es folgten die Möglichkeiten fest installierter Touch-Screens. Die Bedienung dieser Elemente sollte intuitiv und ohne Vorkenntnis möglich sein, auch für Jedermann. Touch-Screens ermöglichen durch ihre flexible Programmierbarkeit die Bedienung auch komplexerer SmartHome-Systeme auch kleinstem Raum und bieten dadurch eine Basis für ein mit den sich ändernden Bedürfnissen mitgehenden Konzepts.


Digitales Podium:

Diskussionsrunde der Referenten mit den Teilnehmern und den Experten; Mike Lange, SmartHome-Initiative Deutschland; Christian Kiefel, ProKNX; Gabor Legyel, Lengyel Design

Moderation: Dr. Peter Klein, Leiter Forschung & Innovation; UID User Interface Design GmbH; peter.klein@uid.com ; www.uid.comf.

In der Diskussionsrunde wurden viele Fragen aus dem Teilnehmerkreis durch die Referenten beantwortet und weitere interessante Informationen ausgetauscht.