Home » RÜCKBLICK 36. Expertenrunde SmartHomeNRW

RÜCKBLICK 36. Expertenrunde SmartHomeNRW

4. Dezember 2024, 17:00 – 21:00 Uhr beim Gastgeber FVSB Fachverband Schlösser und Beschläge in Velbert

FOKUSTHEMA

Smarter Öffnen und Schließen –
Schlösser und Beschläge in SmartHome-Systemen

Gastgeber und Organisation:

Silke Koppers; Leiterin Kommunikation und Projektmanagement im FVSB
Klaus Scherer; Leiter Netzwerk West (SmartHomeNRW) in der SmartHome Initiative Deutschland e.V.;

Insgesamt 46 angemeldete Teilnehmer (40 anwesend).
 

Zum Fokusthema:
Welche neuartigen Funktionen und Geschäftsmöglichkeiten sich für die Produkte und Lösungen der Schloss- und Beschlagindustrie durch die Einbeziehung von smarter Elektronik und Software und die Integration in SmartHome- und SmartBuilding-Systeme ergeben war das Fokusthema der 36. SmartHomeNRW-Expertenrunde.
Eine Vortragsreihe mit kompetenten und erfahrenen Experten vermittelte zunächst einen interessanten Überblick über das Thema. Die anschließende Podiums- und Diskussionsrunde klärt offene Fragen und bot den Teilnehmern einen Dialog mit den Referenten.
Den Abschluss bildete das beliebte Netzwerken mit persönlichen Kontakten beim Abendimbiss auf Einladung des Gastgebers.
Alle Teilnehmer erhielten im Nachlauf einen Link zum Kurzprotokoll und zu den Vortragsdokumenten.
 

Begrüßung und erste Sicht auf das Fokusthema
Silke Koppers und Klaus Scherer                                                                                                            

Silke Koppers informierte zu Anfang kurz über den FVSB, seine organisatorische Struktur, seine Mitgliedsfirmen, seine Aufgaben und Aktivitäten betrifft.

Neben der Vertretung der Mitgliederinteressen, dem internen und externen Dialog inkl. PR-Arbeit waren besonders die Hinweise zu den Zukunftsaktivitäten in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung, IT-Sicherheit, Elektronikprodukte und SmartHome/SmartBuilding interessant. Die Wortungetüme „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, Hinweisgeberschutzgesetz und Umweltproduktdeklaration standen fast selbsterklärend für die vielfach von der Wirtschaft beklagte Überbürokratisierung durch neue Vorschriften und Gesetze aller Art. Der FVSB bietet seinen Mitgliedern hier Unterstützung an.
Interessant auch das zur Gütegemeinschaft Schlösser und Beschläge e. V. gehörende Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert (PIV), das mit praktischen Prüfungen und langjähriger Prüferfahrung zur Verfügung gestellt wird und eng mit der Normungsarbeit zur Qualitätssicherung verzahnt ist. Den Abschluss bildeten Information zur PR-Arbeit aller Art inkl. Homepage und Messeauftritte.
Klaus Scherer beschrieb kurz die Aufgaben der SmartHome-Initiative Deutschland als SmartHome-Bundeverband zur Vernetzung der gesamten SmartHome-Wertschöpfungskette. Im Regionalbereich löst das Netzwerk West („SmartHomeNRW“) diese Aufgabe hauptsächlich durch Expertenrunden zu bestimmten Fokusthemen. Weitere Infos zum Netzwerk West:
SmartHome Netzwerk West – Smarthome Deutschland (smarthome-deutschland.de).

Als Einstieg in das Fokusthema gab es noch einige Informationen zu den technischen Hauptmerkmalen von SmartHome und SmartBuilding und den Integrationsmöglichkeiten und Mehrwertpotenzialen für Schlösser und Beschläge und der Gesamtsysteme wie Schließanlagen.

Vortragsreihe der Experten

Die Smartisierung von Schlössern und Beschlägen – Im Spannungsfeld unterschiedlichster Anwendungsnutzen und Marktchancen“

Vortrag von Norman Bartusch, Vorstandsmitglied SmartHome Initiative Deutschland e.V.

Laut einer Bitcom-Umfrage von 2024 wächst die SmartHome-Nutzung in Deutschland langsam aber stetig. Welche Rolle spielen smarte Schlösser und Beschläge dabei ? Smart sind wohl eher die gewünschten Anwendungsroutinen im Alltag wie die effiziente weitgehend automatisch ablaufende Türöffnung unter Einhaltung der Sicherheitsstandards. Technologien wie IoT, RFID und biometrische Systeme gewinnen dabei an Relevanz in Bezug auf Sicherheit, Komfort und Energie-effizienz. Die Integration dieser Systeme in bestehende Infrastrukturen und gewerkübergreifenden Anwendungsfälle in verschiedenen Sektoren, wie Wohnbau, Gewerbe und Industrie erfordern künftig eine angepasste Vorgehendweise bei der Planung, Installation und der Marktbearbeitung. Erforderliche Produktmerkmale: einfache Installation, selbstkonfigurierend. Der neue SmartHome-Standard MATTER wurde dann hinsichtlich dieser Anforderungen diskutiert. Ergebnis: Chancenpotenzial vorhanden, aber noch nicht breit realisiert.
Bei Erfüllung der Anforderungen ergeben sich neue Marktveränderungen und Marktchancen, einschließlich der Trends und Herausforderungen, die mit der wachsenden Nachfrage nach smarten Lösungen einhergehen.

Im Vortrag wurden Zukunftsperspektiven, Potentiale und mögliche Entwicklungen in der Branche diskutiert. Dies besonders für die Anwendungsbereich Technische Assistenz beim Wohnen im Alter und bei der Energieeffizienz. Der KI traute Norman Bartusch disruptive Entwicklungen, also unerwartete Innovationssprünge zu.

Weitergehende Informationen im Folienset.

Neue Standards für das Smart Home – neue Herausforderungen & Chancen für Fenster- & Türenhersteller?

Kurzvortrag von Klaus Scherer auf Basis des Foliensets von Christoph Lahnsteiner, MACO Mayer & Co. Beschläge GmbH. Salzburg

Sicht von Christoph Lahnsteiner auf die Situation: technisch ist bei SmartHome schon manches längst möglich, die Zahl der Nutzer im Markt steigt ständig, aber im Bereich Schlösser und Beschläge ist noch nicht allzu viel von diesem Trend angekommen.
Zunächst wurde klargestellt, dass im SmartHome-Markt deutlich zwischen professionellen Systemen und DIY-Systemen unterschieden werden muss und dass in beiden Bereichen Barrieren zwischen den div. Standards zur Datenvernetzung hemmend von Planbarkeit über die Installation bis hin zu Kostenfragen hemmend auf den Markterfolg gewirkt haben. Bisher stellte besonders der mehrstufige Vertriebskanal beim „professionellen“ Smart-Home bzw. die damit verbundene Komplexität mit anderen Gewerken eine Hürde für die Fenster- & Türenindustrie dar.
Der Referent gab dann einen Überblick über den neuen übergreifenden Datenvernetzungsstandard MATTER, der unterschiedliche Funkvernetzungsstandards durch das Überlagern des IP (Internetprotokoll) untereinander einfach integrierbar macht. Es entsteht sozusagen ein lokales MATTER-Intranet.
Aus Sicht von MACO könnte Matter DER potentielle Game-Changer sein, der es auch der Fenster- & Türenindustrie (endlich) ermöglicht, (wirklich) vom Smart-Home-Boom zu profitieren.

Weitergehende Informationen im Folienset.

Türen im Smart Building – mehr als Auf und Zu

Vortrag von Markus Benecke, GEZE GmbH, Connectivity Consultant

Markus Benecke begann mit der Auflistung von Anforderungen an die Türen und Türsysteme von Morgen aus Sicht von GEZE:

Anforderungen von Bauherren und Nutzern, wie unauffälliges Design, leicht begehbar, barrierefrei, unkompliziert, sicher (security & safety) wurden mit den baurechtlichen Anforderungen und technischen Ausstattungen gegenübergestellt.
Der Referent sah dann die Aufgabe der „Smartisierung“ hauptsächlich darin, Türen und Türsysteme nahtlos und nutzbringend in die Gebäudeautomation zu integrieren.
Am praktischen Beispiel von automatischen Schiebetüren in einem modernen Parkhauses wurden dann die Möglichkeiten beispielhaft erläutert. Es folgte eine Gegenüberstellung von Lösungen mit potentialfreien Kontakten (5 Informationen) und einer komplexeren Datenprotokoll-Integration mit dem systemeigenen CAN-Standard mit 16 Datenpunkten und darin mehr als 80 Informationen. Hervorgehoben wurden dabei die Chancen durch ein nutzbringendes Zusammenspiel mit den anderen in die Gebäudeautomation eingebundenen Gewerke.
Erläutert wurden diese Möglichkeiten am Beispiel eines Gebäudesystems z.B. mit automatischer Fluchtwegesteuerung bei Brandgefahren und in die Energieeffizienzmechanismen im Zusammenspiel mit z.B. der Heizung-Lüftung-Klima.
Weitere Informationen im Folienset.

Digitale Schlösser im Kontext mit den Versicherungsbedingungen

Vortrag von Sebastian Brose, VdS Schadenverhütung GmbH, Köln, Bereichsleiter

Security & Geo

Bei „smarten Schlössern“ besteht oft Unklarheit bzgl. der Vergleichbarkeit oder Sicherheit.
Der Vortrag stellte die Elemente eines Schlosses dar und formulierte eine Leitfrage zur Einschätzung einer „smarten“ Schloss-Lösung. Er erläuterte die wesentlichen Sicherheitsanforderungen und verdeutlichte die Zusammenhänge.
Schließlich ging er der Frage nach, ob smarte Schlösser in den Muster-Versicherungsbedingungen des GDV eine Rolle spielen und was das für Endkunden bedeutet.
Fazit: „Neuartige“, moderne, digitale Schließsysteme sind von den Regelungen der Muster-Bedingungen erfasst. Anpassungen sind nicht erforderlich und nicht sinnvoll. Das gilt auch für den Gewerbebereich. Allerdings ist ein besonderes Augenmerk darauf zu richten, ob und wie im Schadenfall der Eintritt des Versicherungsfalls nachgewiesen werden kann. Ein revisionssicherer Ereignisspeicher/Logbook im Schließsystem ist deshalb sehr wichtig.
Weitere Hinweise finden sich in den Technischen Kommentaren: vds.de/techkomm.
Alle im Vortrag genannten Druckstücke finden sich auf vds-shop.de
Weitere Details im Folienset.

Diskussionsrunde der Referent/en/in mit den Teilnehmer/n/innen
Teilnehmer: Referenten
Moderation: Silke Koppers und Klaus Scherer

In der Diskussionsrunde wurde mit den Präsenz- und online-Teilnehmern eine Reihe von offen gebliebenen Fragen von den Referenten geklärt. Klar wurde dabei, dass für die Branche die Migration von Funktionen und Systemkonzepten in die Elektronik und auch immer mehr in die Software (auch Cloud-Services) eine echte Herausforderung ist: neues Wissen, neue Fähigkeiten, neue Mitarbeiter/innen müssen integrierte werden. Auch die Ausstattungen in Entwicklung und Produktion unterliegt einer durchgreifenden Veränderung. Und dazu müssen die Prozesse in Qualitätssicherung, Beratung, Vertrieb, Installation und Wartungsservice angepasst werden. Die IT-Sicherheit bringt ebenso neue Anforderungen mit sich.
Auf der anderen Seite gibt es große Chancen für neue Lösungen und neues Geschäft die es gilt wahrzunehmen.

Ausklang

Anschließend gab es einen Ausklang mit Imbiss, Meinungsaustausch und Netzwerken.
Damit endete eine wieder interessante Expertenrunde mit Informationen, Diskussionen und Kennenlernen; ein gelungener Beitrag zur weiteren Festigung des SmartHomeNRW-Netzwerks in der SmartHome-Initiative Deutschland.