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Rückblick: 26. Expertenrunde SmartHomeNRW

Mittwoch, 29. September 2021 l 16:00 Uhr l online

FOKUSTHEMA

Internet of Things (IoT) für SmartHome
Neue Technik, neue Anwendungen und neues Geschäft
 

Das SmartHome wird als Teil der gigantischen IoT-Welt gesehen. Doch wie werden Geräte und Komponenten der SmartHome-Welt technisch mit dem Internet verknüpft? Welche Anwendungen und welchen Nutzen bringt das? Welche neuen Services werden dadurch ermöglicht? Welches neue Geschäft können Hersteller und Dienstleister aller Art mit IoT plus SmartHome generieren? Auf diese spannenden Fragen versuchte die 26. SmartHomeNRW-Expertenrunde Antworten zu geben.

Tatjana Hein vom Veranstaltungspartner eco (Verband der Internetwirtschaft) und Klaus Scherer von der Landesgruppe NRW der SmartHome Initiative Deutschland begrüßten zu Beginn die wieder zahlreichen online-Teilnehmer (im Mittel ca. 40).

Informationen zu SmartHome-Initiative Deutschland e.V. und SmartHomeNRW

Klaus Scherer präsentierte nach der Begrüßung einige Informationen zur SmartHome-Initiative Deutschland und zu SmartHomeNRW. z.B. das restliche Programm der SmartHomeNRW-Expertenrunden in 2021: Ende November „Bedienung von SmartHome-Systemen“. Genauer Termin und Einladung folgen. Detailinformationen im Folienset.

Für die Expertenrunden 2022 werden noch Gastgeber und Fokusthemen gesucht ! Vorschläge bitte jederzeit an ksc@smarthome-deutschland.de!

Einführung in das Fokusthema

Zum Einstieg in das Fokusthema prästierte Klaus Scherer einige allgemeine Informationen und Überlegungen. In Kürze: technisch bestehen IoT-Ecosysteme aus den Segmenten Internet/Cloud, Bediengeräte Nutzerschnittstellen zur Anwendungssteuerung, lokale Komponenten (meist Sensoren und Datenträger) mit lokaler Vernetzung und Internet-Verbindung über Gateways, Datenspeicher und Analysesoftware. Interessant ist die Tatsache, dass IoT-Systeme zu 22% aus Hardware, zu 31% aus Software und zu 47% aus Services bestehen. Als wichtigste Eigenschaften von IoT-Systemen werden Einfachheit, Interoperabilität, Zuverlässigkeit und Sicherheit gefordert.
Einige Informationen zum neuen MATTER-Standard der Connectivity Standards Alliance und zum auch in den Vorträgen weiter vertieften Anwendungsgebiet AAL (Ambient Assisted Living; Wohnen im Alter mit technischer Assistenz) rundeten die Einführung ab.


Vorträge der Expert/en/innen zum Fokusthema

IoT-Lösungen für SmartHome – Ein Überblick
Vortrag Timo Josten; Vice President of IoT Solutions bei grandcentrix  (100% Tochterunternehmen von Vodafone Deutschland), https://grandcentrix.net/

Innerhalb des globalen IoT One Stop Angebots von Vodafone bietet grandcentrix Professional Services an.

Situation SmartHome: bei umfangreichen Installationen machen Heterogenität,

Abgeschlossenheit und div. Kommunikationsprotokolle das Zusammenspiel oft kompliziert.

Interoperabilitäts- und Inselkonzepte gibt es Markt auf Protokollebene, z.B. ZigBee, Z-Wave, WiFi, BlueTooth5, Thread, KNX und auf der System-Ebene, z.B. Apple-HomeKit, GoogleHome, Amazon-Alexa, HomeMatic, Bosch, Quivicon/Dt.Telekom.

Herr Josten stellte dann div. „Onboarding-Konzepte“ vor, d.h. Verfahren zur Integration von Komponenten und Funktionen in IoT-Systeme wie SmartHome.
Besonders fokussierte Herr Josten das Interoperabilitätskonzept der MATTER-Allianz (ehemals CHIP, Connected Home over IP), die von der CSA, Connectivity Standards Alliance (ehemals ZigBee Alliance) geleitet wird. Div. Global Player wie Amazon, Apple, Google und Huawei sind dort Mitglied.

Den Vortrag rundeten konkrete Praxisbeispiele von grandcentrix-SmartHome-IoT-Lösungen für Gardena, Insta, Bega, Hörmann, Bosch und Miele ab.


IoT@SmartHome:
Anwendungsbeispiel eigenständiges und selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Vortrag Dr. Bettina Horster; Vorstand VIVAI AG Business Development und IoT; Direktorin IoT im eco Verband; https://vivai.de/

Frau Dr. Bettina Horster stellte zunächst VIVAI-care als Vorreiter für IT-Lösungen im Gesundheitswesen vor. Sie strukturierte dann die Entwicklung des Webs anhand des Kundennutzens: Web 1.0 (1996), der Kunde konsumiert; Web 2.0 (2005), der Kunde wird Teil der Wertschöpfung; Web 4.0 (2015), der Kunde profitiert von der Smartifizierung; Web 5.0 (2016), der Kunde profitiert von der digitalen Assistenz, z.B. AAL, Ambient Assisted Living im Bereich Wohnen im Alter und Pflege.

Nach Analyse von den Problemen Kosten und Pflegepersonal sah sie die Assistenz von Technischen Lösungen in der bedarfsorientierten Pflege als einzig gangbaren Lösungsansatz Den Klassiker Hausnotruf und auch die chinesische Lösung der zentralen und totalen Überwachung sah sie als in Deutschland und Europa als nicht oder nicht mehr akzeptabel an.

Digitale IoT-basierte Systeme unter Einbeziehung von SmartHome-Komponenten und -Systemen werden aber im Bereich Betreutes Wohnen und Stationäre Pflege in Zukunft neue Chancen eröffnen, so wie das Vivai-care AAL-System.
Es bietet Sicherheit für die Senioren, Erinnerungsfunktionen, Unterhaltung und Spaß, aber auch Zustands-Informationen für die Angehörigen und den Pflegedienst und den Arzt.

Das System beinhaltet z.B. eine direkte Sturzsensorik und einen Sprachassistenten zur Bedienung und Erinnerung.
Das Herzstück des Systems ist das VIVI-Endgerät in Tablet-PC-Form. Als Vernetzungsstandards sind BlueTooth-LowEnergy, WLAN, Z-Wave, Matter und 5G einsetzbar. Es folgten die Vorstellung der Systemarchitektur, das Beispiel einer Systemausstattung in einer typischen Seniorenwohnung und die Erläuterung des Bedienkonzept des Vivai-care-Portals mit den Funktionen Kommunikation, Kalender, Konfiguration, Medikation, Trinkerinnerung und Sprachassistenz. Den Abschluss des Referats bildeten Informationen über die steigende Nutzerakzeptanz für AAL-Systeme.


Neuer Anwendernutzen und neue Geschäftspotenziale durch IoT im SmartHome?

Vortrag Raphael Tkacz, Fa. JUNG , Customer Experience Manager; www.jung.de

Herr Tkacz startete mit einigen allgemeinen Information zu den Themen IoT und SmartHome. Z.B. soll sich nach STATISTA die Zahl der vernetzten Haushalte in Deutschland von 5 Mio. in 2020 auf über 20 Mio. in 2025 steigern. Besonders interessant: mit steigendem Technologiefortschritt tut sich ein immer größerer „Reality Gap“ zwischen den technischen Möglichkeiten und dem realen Leben auf, was zu div. Problemen in der Nutzerakzeptanz und bei der Vermarktung führt. Die größere technische Komplexität kann aber durch lösungsorientierte IoT-Plattformen für Anwendungen erheblich reduziert werden. Beispiele von durch IoT-Plattformen im SmartHome-Bereich angetriebenen Trends sind Gesundheit und Pflege zu Hause bei Anwendungen und maschinelles Lernen bei der Technik. Anbieter von Services haben dabei eine wesentlich höhere Kundenaufmerksamkeit als Anbieter von technischen Komponenten. Allerdings tun sich auch Fragen auf, z.B. ob IoT im Widerspruch zur Nachhaltigkeit steht. Herr Tkacz beschäftigte sich dann mit den Profilen und den Ansprüchen der Kunden an Technikprodukte und Dienste auf IoT-Basis. IoT sieht er als Treiber des Trends „Meine schöne neue Welt“. Gefordert ist in Zukunft ein ganzheitliches Angebot mit Grundinfrastuktur und Anbindung an die IoT-Service-Welt. Dabei müssen Anwendungslösungen stärker thematisiert werden, auch unter Berücksichtigung von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.


Digitale Podiumsrunde
In der Diskussionsrunde wurden viele Fragen aus dem Teilnehmerkreis durch die Referenten beantwortet und weitere interessante Informationen ausgetauscht.

Verteiler Rückblick und Foliensets der Vorträge

Die Teilnehmer der Veranstaltung erhalten per Email exklusiv einen Link zum Herunterladen der freigegebenen Foliensets und des Rückblicks zu den Vorträgen.