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Rückblick: 16. Expertenrunde SmartHomeNRW am 16. November bei der TH Köln

Fokusthema: SmartHome-Praxisprojekte: Ergebnisse, Erkenntnisse und Lerneffekte

Nach Phasen der Forschung und auch vieler Labor- und Pilotprojekte gibt es mittlerweile eine Vielzahl von SmartHome-Projekten aller Art in der Praxis. Was bisher meist fehlt ist eine Analyse der Ergebnisse um Erkenntnisse und Lerneffekte zu gewinnen. Hier hat es die 16. SmartHomeNRW-Expertenrunde zum Ziel gehabt, einen Beitrag zur Verbesserung der Situation zu bringen, indem nach Vorträgen über Praxisergebnisse und -erfahrungen und daraus folgenden Lerneffekten die Experten mit den Teilnehmern das Fokusthema im Dialog intensiv und offen diskutieren.

Mit 32 Teilnehmern war die Expertenrunde wieder gut besucht. Der Vortragsteil brachte unterschiedliche Sichtweise auf unterschiedliche SmartHome-Projekte. Nach einer Begrüßung und einer Einführung ins Fokusthema durch Prof. Thorsten Schneiders und Klaus Scherer startete der Vortragsblock der Expertenrunde.

Den Anfang machten Prof. Thorsten Schneiders und Tobias Rehm von der TH Köln mit ausführlichen Ergebnissen und Analysen zum Projekt „ SmartHome Rösrath“ und einer Übersicht zum Projekt „Virtuelles Institut Smart Energy“. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden 120 Haushalte in Rösrath mit kompletten Smart Home-Systemen ausgestattet und regelmäßig zur Nutzung von Smart Home und Energieeinsparungen befragt. Das Ergebnis: Mit modernen Smart Home-Systemen lässt sich der Gasverbrauch um bis zu 30 Prozent reduzieren – unabhängig von der Größe des Hauses und dem Alter der Heizanlage. Dies gelingt aber nur, wenn sich die Nutzerinnen und Nutzer intensiv mit der Steuerung beschäftigen. Damit nicht nur Technik-affine Energieeinsparungen in nennenswerter Höhe realisieren können, müssten die Anbieter ihre Systeme deutlich anwenderfreundlicher gestalten, empfahl das Forscherteam.

Boris Rupnik von Design SmartHome und on-home Düsseldorf legte den Schwerpunkt seines Vortrags auf die Erfahrungen mit Kunden für hochwertige SmartHome-Lösungen im Bereich Komfort und Luxus. Dabei arbeitete er besonders die Wichtigkeit der psychologischen Dimension der Kundenansprache in diesem Bereich heraus. Die gefragtesten Nutzeffekte der Kunden sind aus seiner Sicht Sicherheit, Komfort und Unterhaltung, wobei die technischen Lösungen ein hohes Maß an Flexibilität und Individualität zulassen müssen. Auch die Wertsteigerung der Immobilie durch ein Komfort-SmartHome-System ist ein wichtiger Faktor.

Herrmann Schwieren von 2K Multimedia stellte besonders die Notwendigkeit einer Kooperation von Spezialisten für die Automation der Haustechnik und für Systemlösungen im Multimediabereich heraus um optimale Lösungen für die von den Kunden im hochwertigen Bereich geforderten Eigenschaften zu treffen. Die Ansprüche der Kunden liegen nach seinen Erfahrungen in den Segmenten Komfort, Design, Multimedia, Licht und Sicherheit. Wichtig ist den Kunden und auch den beteiligten Architekten ,dass die Technik nicht sichtbar ist. Auch Cloudlösungen sind nach seinen Erfahrungen nicht so sehr aktzeptiert. Die Bedienung aller Funktionen über ein Bedienkonzept ist für die Kunden sehr attraktiv. Meistens ist das Budget für SmartHome fix, sodass die Planung mit einer treffgenauen Kalkulation einhergehen muss. Ein erfolgreiches Konzept in der Projektabwicklung ist die Verteilung der Aufgaben in einem erprobten Netzwerk von Elektrikern, Architekten, Schreinern, Innenarchitekten und Technikplanern. Problematisch ist, dass viele Architekten und Fachplaner die SmartHome-Produkte und deren Eigenschaften nicht kennen und deshalb Hürden bis zur Verweigerung eines SmartHome-Einsatzes aufgebaut werden. Ein spezielles Problem ist auch, dass die Medientechnik bei der SmartHome-Systemplanung komplett ausgeblendet wird.

Die Podiumsrunde war wieder lebhaft und interessant. Besonders wurden eigene Erfahrungen der Teilnehmer eingebracht und den Erkenntnissen der Referenten gegenübergestellt und auch Unterschiede formuliert. Der abschließende Abendimbiss brachte noch viele persönliche Gepräche und Kontakte. Die Planungen für die SmartHomeNRW-Expertenrunden 2019 laufen z.Zt. noch.