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Rückblick: 28. Expertenrunde SmartHome NRW

Mittwoch, 30. März 2022, 17:00 Uhr - online

FOKUSTHEMA Sicherer wohnen mit SmartHome!?

FOKUSTHEMA

Sicherer wohnen mit SmartHome!?
Smarte Schlösser, Sensoren und Systeme zum Schutz von Bewohnern und Gebäude – Technik, Nutzen und Markt

Was sind die heutigen Bedrohungen von Einbruch über Brände und Wasserschäden bis zu Sturzgefahren für Senioren im Wohnbereich ? Können smarte Sicherheits-Komponenten und auch SmartHome-Systeme diese Gefahren für die Bewohner und Gebäude erkennen, melden und evtl. sogar verhindern und wie ? Das waren die waren die wesentlichen Fragen, auf die die 28. SmartHomeNRW-Expertenrunde durch Vorträge kompetenter Fachleute und durch eine Diskussionsrunde Antworten suchte und auch gefunden hat. Mit 55 angemeldeten Teilnehmern aus allen Bereichen rund um das Thema fand auch diese Expertenrunde einen regen Zuspruch.

Die online-Veranstaltung startete mit einer kurzen Begrüßung durch Klaus Scherer für SmartHome-Deutschland NRW und Ralf Kluxen für den Hauptpartner Landeskriminalamt (LKA) NRW.


Infos zu SmartHome-Deutschland inkl. NRW und Sicht von SmartHomeNRW auf das Fokusthema – Klaus Scherer

Klaus Scherer beschrieb hier kurz die Aufgaben der SmartHome-Initiative Deutschland als SmartHome-Bundeverband zur Vernetzung der gesamten SmartHomeWertschöpfungskette. Im Regionalbereich löst die Landesgruppe NRW („SmartHomeNRW“) diese Aufgabe hauptsächlich durch Expertenrunden zu bestimmten Fokusthemen. Weitere Infos zur Landesgruppe NRW inkl. der Rückblicke auf die vergangenen Expertenrunden: SmartHome Netzwerk West – Smarthome Deutschland (smarthome-deutschland.de). HINWEIS: für weitere Expertenrunden in 2022 werden noch Vortragspartner und Fokusthemen gesucht. Interessenten melden sich bitte bei Klaus Scherer unter ksc@smarthome-deutschland.de.

Zum Einstieg in das Fokusthema und als Übersicht über die folgende Vortragsreihe sprach Klaus Scherer einige wesentliche Themen bzgl. durch Elektronik funktional aufgerüsteter Sicherheitskomponenten und -systeme im Wohnbereich an. Eine zentrale Rolle hierbei spielen vernetzbare Kontaktsensoren an Fenstern und Türen, hybride Mechanik-ElektronikSchlösser inkl. elektronischer Schlüssel, Kameras aller Art, Notfallsensoren für Wasser, Feuer und Sturz speziell in Seniorenwohnungen. Wichtig waren auch die Hinweise auf die Systemeinbindung von SmartPhones oder Tablet-PCs über einschlägige Apps. Eine besondere Problematik: die Integration von Sicherheitsteilsystem und normalem Haustechnikteilsystem in einem gesamten SmartHome-System. Als Möglichkeiten für Forschung und Weiterentwicklungen wurde die intelligente Auswertung von vernetzter Multimode-Sensorik zur Vermeidung von Fehlalarmen und die Einbindung von Lern- und KIFunktionen für eine immer präzisere automatische Gefahrensituationsanalyse und Gefahrenmeldung, evtl. auch mit automatischen Gefahrenabwehr-Funktionen genannt.


Vorträge der Experten zum Fokusthema

Gebäudesicherheit und SmartHome Technologie – die Sicht des LKA NRW

Vortrag von KD Ralf Kluxen; LKA NRW; Strategische Kriminalitätsbekämpfung ralf.kluxen@polizei.nrw.de; https://lka.polizei.nrw 

Ralf Kluxen wies zu Beginn auf den seit 2014 bestehenden Kooperationsvertrag des LKA NRW mit SmartHome-Deutschland hin. Das LKA NRW beschäftigt sich mit allen Bereichen des Einbruchschutzes, dabei auch mit den Möglichkeiten der SmartHome-Technik. Als Ergebnis sollen allgemein verständliche Empfehlungen für wirksame Sicherungsmöglichkeiten an die Bürgerinnen und Bürger gegeben werden. An Hersteller, Händler und Handwerker gehen technische und verhaltensorientierte Anforderungen an Produkte, Herstellerverfahren und Dienstleistungen unter kontinuierlicher Anpassung an aktuelle Kriminalitätsformen und Tatbegehungsweisen. Grundlage von Sicherheitseinrichtungen sind mechanisch-bauliche Ausstattungen mit geprüften und zertifizierten Projektierungen, Produkten und Montagen durch Fachfirmen. Ergänzungen sind durch Einbruchmeldeanlagen und Videoüberwachungen möglich, dazu eben auch SmartHome-Lösungen. Die Chancen der SmartHome-Technik beim Einbruchschutz sind: realitätsnahe Anwesenheitssimulation; Zustandsüberwachung und -kontrolle (Kameras, Mikrofone), frühzeitige Detektion von Gefahren, Fernkontrolle, verifizierte Alarme, elektronische Dokumentation (z.B.Videos) und Interventionsmöglichkeiten, z.B. Türsperrungen. Veröffentlichungen unter: www.k-einbruch.de/sicherheitstipps/smart-home/; www.polizei-beratung.de Stichwort Smart Home.
 

Smarte Sicherheit – klargemacht am Beispiel Tür

Vortrag von Norman Bartusch, Vorstand SmartHome-Initiative Deutschland e.V.; nb@smarthome-deutschland.de; www.smarthome-deutschland.de 

Nach einem Überblick über eine Wohnung mit einer typischen SmartHome-Ausstattung stellte Norman Bartusch das Subsystem Smarte Tür vor, um an diesem Beispiel deutlich zu machen, wie harmonisierte Bauprodukte (Tür, Tor, Fenster) im Zusammenspiel mit SmartHome einen deutlichen Mehrwert in Bezug auf die Sicherheit im Wohnbereich erzielen können. Wichtig ist dabei die datentechnische Integrierbarkeit der Komponenten und desGesamtsystems Tür. Deutlich wurde, dass das System smarte Tür aus unterschiedlichsten mechanischen und elektronischen Komponenten besteht. Neben den Anforderungen an die Datenschnittstellen für die Integration zu einem Gesamtsystem, bestehen aber auch Anforderungen organisatorischer Art wie Service, Normen, Dokumentation. Teilweise sind widersprüchliche Randbedingungen und Anforderungen wie Feuerschutz, Einbruchhemmung, Zutritt für Fremde bei Notfällen zu harmonisieren. Im handwerklichen Bereich ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Gewerke zu organisieren wie Elektro, Fassade, Tür und Innenausbau. Komponenten der „Smartisierung“ sind z.B. Fingerprint, Keypad, Fernbedienung, vernetzbare Kontakte und Sensoren. Eine Marktübersicht über Smartlocks schloss sich an, ebenso ein Blick auf eine typische Mechanik-Elektronik-Architektur einer smarten Wohnungsabschlusstür. Den Abschluss bildete eine Verdeutlichung div. neuer Funktionen und Nutzeffekte wie z.B. Zeitfenster für Zutrittsfreigaben, automatische Notrufe usw..
 

Mein Eigenheim gehört mir – Eine smarte Lösung für das sichere und intelligente Gebäude

Vortrag von Michele Coco (Vertriebssupport); michele.coco@telenot.de; www.telenot.com/de/privatkunden/ und Hartwig Weidacher (CEO); hweidacher@my-gekko.com; www.my-gekko.com/en/automation-technology/1-0.html

Michele Coco wies zu Beginn seines Beitrags darauf hin, dass laut SmartHome-Monitor 2021 die Hauptanschaffungsgründe für SmartHome mehr Energieeffizienz und mehr Sicherheit mit je 41% sind. Dann sprach er ein wichtiges Thema an: wenn die Aspekte Sicherheit vor Einbruch, Brand, unbefugtem Zutritt und der Schutz vor technischen Gefahren, also der Schutz von Menschen und Wertgegenständen, mit dem Thema Smart-Home zusammenkommen, gelten ganz spezifische Anforderungen an die Produkte und Systemlösungen. Mit der Integration dieser Anwendungsbereiche lassen sich aber auch neue Nutzeffekte für die Energieeffizienz und den Komfort realisieren. TELENOT und myGEKKO bieten von der Polizei und den Gebäudesachversicherungen in den DACH-Ländern anerkannte und förderfähige Lösungen hierzu an. Beispiele für Sicherheitsfunktionen der Lösungen: Gas- und Wasserstörungen erkennen und melden, lokal und per Fernalarm; Zutrittsfreigabe nur für Berechtigte; Feuer und Rauch erkennen und melden. Herr Weidacher ergänzte: myGEKKO SmartHome integriert eine Vielzahl von Standards aus allen Anwendungsbereichen. Dabei bleiben die besonderen Features und Vorteile der div. Systeme erhalten.
 

Sicherheit im Smart-Home – die neue Norm DIN VDE V 0826-1

Vortrag von Sebastian Brose; Abteilungsleiter, VdS Schadenverhütung GmbH; sbrose@vds.de, www.vds.de 

Der Vortrag beleuchtete zunächst allgemein das Spannungsfeld Sicherheit im Gebäude. Dabei wurden die teilweise unterschiedlichen Bedeutungen von Sicherheit für die div. Marktteilnehmer Bewohner, Hersteller, Errichter und für die Gesellschaft herausgearbeitet. Technische Anforderungen an Sicherheitssysteme: leichte Bedienbarkeit, offene Vernetzung, laufende Erweiterbarkeit, flexible Bildung von Abläufen zur Alltagsoptimierung. Dazu die Anforderungen bzgl. der Anwendungsleistungen: höchste Detektionsperformance, höchste Falschalarmsicherheit, höchste Überwindungssicherheit, Fokus auf maximale Sicherheit. Es folgte eine Übersicht über an die Risikograde angepasste Regelerfüllungen von ungeprüften Produkten bis zur Erfüllung der DIN VDE 0833 Grad 4. Die hier fokussierte DIN VDE 0826-1 deckt dabei pragmatisch einen weiten mittleren Risikobereich ab, ebenso damit die Sicherheitssysteme, die diese Norm erfüllen. Dieser Teil 1 der Norm behandelt Mindestanforderungen für Gefahrenwarnanlagen (GWA) sowie Sicherheitstechnik in SmartHome-Anwendungen für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung. Dazu behandelt sie noch die Planung, den Einbau, den Betrieb, die Instandhaltung und die Geräte- und Systemanforderungen. Wichtig: nicht einzelne Produkte, sondern eine Sicherheitslösung die zur Zielsetzung und dem Gebäude und seiner Nutzung passt ist relevant. Auf jeden Fall muss die Rückwirkungsfreiheit der Geräte und Systeme auf die GWA jederzeit gegeben sein, ebenso ein autarker OfflineBetrieb, wenn die Internet-Verbindung ausgefallen ist. Die VdS Schadenverhütung GmbH sorgt mit ihrem Prüf- und Zertifizierungsleistungen dafür, dass diese Anforderungen erfüllt werden. Es folgte eine Übersicht über typische Systemdesigns bzw. -architekturen. Fazit: die DIN VDE V 0826-1 schafft die Basis für smarte Sicherheit im privaten Umfeld.
 

Diskussionsrunde der Referenten mit den Teilnehmern

dazu die Experten: Gerald Muß, DFK, Deutsches Forum für Kriminalprävention; Silke Koppers, RM-Handelsmedien (Geschäftsfeld Sicherheit); Thomas Taferner (Vertriebsleiter Telenot); Moderation: Klaus Scherer und Mike Lange,

IoT Business Institute In einer längeren Runde mit immer noch vielen online-Teilnehmern wurden Vertiefungen wichtiger Punkte geboten, Missverständnisse und Unklarheiten ausgeräumt und noch nicht behandelte Aspekte eingebracht. Dabei kam auch immer wieder die in den Vorträgen wie geplant wenig behandelte Problematik der Datensicherheit und des Datenschutzes zur Sprache. Erkenntnis: letztlich sind physische und digitale Sicherheit in integrierten mechanisch-elektronischen Sicherheitssystemen nicht voneinander zu trennen.

Die nächste SmartHomeNRW-Expertenrunde wird Ende Juni 2022 stattfinden, wahrscheinlich aus aktuellem Anlass mit dem Thema „Update Energieeffizienz in Wohnimmobilien mit SmartHome“. Ankündigungen mit Datum und Programm erfolgen rechtzeitig auf der Website www.smarthome-deutschland.de und per Email an das NRW-Netzwerk.