FOKUSTHEMA
Fit für SmartHome – auch in Zukunft !
Aus- und Weiterbildung als wichtigster Erfolgsfaktor
Gastgeber und Organisation:
Wolfgang Gröting, Leiter Fraunhofer-inHaus-Zentrum
Klaus Scherer; Leiter Netzwerk West (SmartHomeNRW) in der SmartHome Initiative Deutschland e.V.;
Insgesamt 25 angemeldete Teilnehmer, davon 13 in Präsenz und 12 online.
Die Experten in der Vortragsrunde:
Dr. Michael Schanz, VDE-Vorstandsreferent und Sprecher für Ingenieurstudium und Beruf
Prof. Dr. Viktor Grinewitschus; Hochschule Ruhr-West (HRW) und Europäisches Bildungszentrum der Immobilienwirtschaft (EBZ), Bochum
Thorsten Janßen; Direktor bfe (Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik)
Die Diskussionsrunde mit den Referenten wurde ergänzt durch die Gastexperten:
Prof. Birgit Wilkes, TH Wildau und Maximilian Schröder, Leiter Kompetenzzentrum Intelligente Gebäudetechnologien, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld
Demonstration einer Vernetzungslösung unterschiedlichster SmartHome Produkte und Systeme des Schaufensters Oldenburg (Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk)
Mattis Menge, Projektingenieur bfe (Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik)
Zum Fokusthema:
Die Aus- und die Weiterbildung sind aktuell und in Zukunft voraussichtlich der Erfolgsfaktor Nr.1 für SmartHome, weil die in modernen SmartHome-Lösungen eingesetzten Technologien und Anwendungen immer umfangreicher und vielfältiger werden und mit einer hohen Innovationsgeschwindigkeit in den Markt drängen. Da sich der Markt smarter Lösungen besonders für die Herausforderungen der Energie- und Demografiewende schnell weiterentwickeln wird, ist eine sich stetig steigernde Nachfrage nach immer mehr und immer höher qualifizierten „SmartHome/Building-Machern“ von der Produktentwicklung über die Anwendungslösung bis zur Installationspraxis und Wartung zu erwarten.
Gleichzeitig geht die Anzahl der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik in den letzten fünf Jahren um rund 15 Prozent zurück. Aktuell fehlen jährlich bereits etwa 26.500 Erstabsolventen, um den für Digitalisierung, Klimaschutz und Energiewende benötigten Zusatzbedarf abzudecken.
Auch in den E-Handwerken fehlen der aktuellen Fachkräftebedarf-Analyse des ZVEH zufolge 85.525 Fachkräfte. Eine Aktualisierung der Handwerker-Aus- und Weiterbildung steht auf der Tagesordnung.
Ebenso sind Maßnahmen aller Art zur Gewinnung junger, kompetenter und engagierter SmartHome-Macher also gefragt und unerlässlich.
In der 34. SmartHomeNRW-Expertenrunde analysierten ausgewiesene Fachleute die Situation und diskutierten Lösungsmöglichkeiten aller Art.
Begrüßung und erste Sicht auf das Fokusthema
Wolfgang Gröting und Klaus Scherer
Wolfgang Gröting informierte zu Anfang kurz über das Fraunhofer Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) und das Fraunhofer-inHaus-Zentrum für Intelligente Raum- und Gebäudesysteme.
Dann hob er folgende Aspekte des Fokusthemas hervor, die sich auch als Anforderungen an die zukünftigen SmartHome-Akteure darstellen: hohe technologische Komplexität, hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz, Herstellung von Kundenzufriedenheit entsprechend den Kundenanforderungen, permanente Innovation und Flexibilität hinsichtlich sich schnell verändernden Randbedingungen.
Klaus Scherer beschrieb kurz die Aufgaben der SmartHome-Initiative Deutschland als SmartHome-Bundeverband zur Vernetzung der gesamten SmartHome-Wertschöpfungskette. Im Regionalbereich löst das Netzwerk West („SmartHomeNRW“) diese Aufgabe hauptsächlich durch Expertenrunden zu bestimmten Fokusthemen. Weitere Infos zum Netzwerk West:
SmartHome Netzwerk West – Smarthome Deutschland (smarthome-deutschland.de).
Vorträge der Experten
Nachwuchsgewinnung für das Studium der Elektro- und
Informationstechnik; Befunde – Analysen – Lösungen
Vortrag von Dr. Michael Schanz
Während der Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren in den Zukunftsbereichen Digitalisierung, Energiewende, e-Mobility und Industrie 4.0 steigt, hat der VDE in seiner Arbeitsmarktstudie 2022 ermittelt, dass die Lücke zwischen Bedarf und heimischen Angebot an ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik noch nie so groß war wie derzeit. Eine Ursache: während erfahrene Fachleute in die Rente gehen, haben die Technikdisziplinen bei der Generation Z ein Imageproblem. So das Ergebnis umfangreicher Jugendstudien. Die GenZ kann mit „Elektrotechnik“ praktisch nichts mehr anfangen, das gilt auch für MINT-Hochbegabte. Dazu haben wir weiter steigende Abbrecherquoten. Der VDE will durch seine „Nachwuchsinitiative Zukunftstechnologien“ mit einem Bündel von Botschaften und Maßnahmen gegensteuern und den Trend umkehren.
Die Rolle der SmartHome-Technologie in der Hochschul-Ausbildungspraxis; Vortrag von Prof. Dr. Viktor Grinewitschus
Viktor Grinewitschus erläuterte zum Einstieg die Inhalte von zehn Abschlussarbeiten mit SmartHome-Bezug an der EBZ. Außerdem stellte er die treibende Rolle der Gebäudedigitalisierung beim Klimaschutz und in der Energiewende heraus, wobei wg. der Masse der Wohnungen SmartHome eine bedeutende Rolle spielen wird. Dies setzt ein umfassendes Systemverständnis über das Verhalten von Gebäuden voraus, inkl. Gebäudephysik, Wetter und Klima und Nutzerverhalten. Die Smart Home Technologie übernimmt dabei mehrere Aufgaben: Sie stellt die die Schnittstelle zum Gebäudenutzer her, sie ist in der Lage, Daten über den Gebäudebetrieb zu sammeln und die verschiedenen Systeme im Gebäude optimal zu steuern. Für die Ausbildung bedeutet das: Neben dem Basisverständnis, wie ein Smart Home System funktioniert, müssen auch die Anwendungsaspekte fundiert verstanden und in den Praxislösungen umgesetzt werden: also konkret: wie sind die Erfahrungen der Anwender mit den Technologien, wie lassen sich Daten auslesen und interpretieren und welche übergeordneten Funktionen lassen sich wie implementieren? Besondere Schwerpunkte: SmartMetering, Monitoring der Verbrauchs- und Nutzerverhaltens-Daten, PV-Anlagen, Lastmanagement und in der Zukunft auch KI. Es folgte eine Vielzahl von Beispielen der Prototypenentwicklung von Lösungen an der HRW und dem EBZ die der Ausbildung und der Motivation der Studierenden gedient haben und werden.
Positionierung des deutschen Elektrohandwerks im Bereich Gebäudesystemintegration; Neuartige Fachkräfteausbildung zur Zukunftssicherung des Standorts Deutschland; online-Vortrag von Thorsten Janßen
Die Gebäudesystemintegration (GSI) verknüpft verschiedene Komponenten, Geräte und auch Softwareprodukte div. Hersteller zu einem Gesamtsystem. Die GSI wird in den Bereichen SmartHome, -Building und -City eine wichtige Rolle spielen. Kompetente „Macher in der Praxis“, also gut ausgebildete Handwerker der neuen Art in ausreichender Zahl, werden für das Gelingen, auch der gesamten Energiewende, der entscheidende Erfolgsfaktor sein. Das Bundestechnologiezentrum Elektro- und Informationstechnik (bfe) als Deutschlands größter Weiterbilder der Strombranche reagiert auf diese Herausforderung mit dem neuen Ausbildungsgang „Meister Gebäudesystemintegration (GSI), der Ende 2024 starten wird. GSI-Meister kombinieren Bestandteile von Gebäudesystemen wie z.B. Wallbox, Photovoltaikanlage, Wärmepumpe und Gebäudeautomation nutzbringend zu Anwendungslösungen. Dafür vermittelt der BFE-Lehrgang Wissen über entsprechende Normen, Regeln, Netzwerk-techniken, Sicherheit, Schnittstellen und Energiemanagement.
Live und online Diskussionsrunde
der Referent/en/in mit den Teilnehmer/n/innen
Teilnehmer: Referenten, als Gäste: Frau Prof. Birgit Wilkes, TH Wildau (online); Maximilian Schröder, Leitung Kompetenzzentrum intelligente Gebäudetechnologien, Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld (online)
Moderation: Klaus Scherer und Wolfgang Gröting
In der Diskussionsrunde („digitales Podium“) wurde mit den Präsenz- und online-Teilnehmern eine Reihe von offen gebliebenen Fragen von den Referenten geklärt. Es zeigte sich dabei, dass oft der Fokus auf nicht so relevante Themen gelegt wird, was von den Referenten korrigiert wurde.
SmartHome-Demonstrator Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk
Mattis Menge vom Schaufenster Oldenburg demonstrierte und erklärte den Teilnehmern vor Ort, teilweise neuartige Gerätschaften und Systeme aller Art im Bereich SmartHome und SmartBuilding für das Handwerk. Mit vielen Fachfragen zeigten die Präsenz-Teilnehmer ihr Interesse an der Praxis-Demonstration
Ausklang und weitere Termine
Anschließend gab es einen Ausklang mit Imbiss, Meinungsaustausch und Netzwerken.
Damit endete eine wieder interessante Expertenrunde mit Informationen, Diskussionen und Kennenlernen; ein gelungener Beitrag zur weiteren Festigung des SmartHomeNRW-Netzwerks in der SmartHome-Initiative Deutschland.
Weitere schon feststehende Termine für SmartHomeNRW-Expertenrunden in 2024:
24.9.2024 17 Uhr beim Gastgeber UBISYS in Düsseldorf zum Fokusthema „SmartHome – auch zur Nachrüstung!“
4.12.2024 17 Uhr beim Gastgeber beim Verband der Schloss- und Beschlagindustrie in Velbert zum Fokusthema „Smarte Schließsysteme – mehr Sicherheit im SmartHome“