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Rückblick 40. SmartHomeNRW-Expertenrunde: KNX im Wandel

Donnerstag, 17. September 2026, CAB-IH in Kaarst

Veranstalter: SmartHome Initiative Deutschland e.V.
Landesgruppe NRW / Netzwerk West

Prof. Dr. Manfred Wojciechowski (Leiter)
Email: mw@smarthome-deutschland.de , Mobil: +49 1573 4586007

Zentrale Erkenntnisse aus den Vorträgen

Clemens A. Brachtendorf, Architekt und KNX-Experte, betonte die Bedeutung der Gebäudeautomation für eine optimale Steuerung von Gebäuden – sei es in Bezug auf Energieeffizienz oder Bewässerung. Anhand eines KNX-Geräts aus dem Jahr 1993 demonstrierte er die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Technologie. Seine selbst entwickelte Plattform thanknx.com ermöglicht die Verwaltung von Gebäudedaten und generiert KNX-Datenreports für Kunden. Dabei sind ihm drei Kriterien besonders wichtig: die gemeinsame Prüfung von Funktionen mit den Nutzenden, verständliche Erklärungen der Bedienung sowie die Nutzung von Betriebserfahrungen für kontinuierliche Verbesserungen. Allerdings erfordert die Integration neuer Produkte eine manuelle Pflege, wobei der Fokus auf etablierten KNX-Produkten liegt.

Michael Critchfield, ETS-Produktmanager bei der KNX Association, hob die Bedeutung des Standards hervor, der mit über 500 Herstellern und mehr als 8.000 zertifizierten Produkten seit 36 Jahren im Einsatz ist. Ein zentraler Vorteil von KNX ist die Interoperabilität, die es ermöglicht, Geräte verschiedener Hersteller in ein System zu integrieren. Dennoch gibt es Herausforderungen: Architekten und Planende raten oft von KNX ab, da sie den Standard nicht ausreichend verstehen. Die EU-Vorgaben zur Aufrüstung älterer Gebäude könnten die Nutzung von KNX jedoch fördern. Ein weiteres Thema war die Sicherheit: Mit KNX Secure werden Authentifizierung und Verschlüsselung auf Telegramm- und IP-Ebene eingeführt, um den neuen EU-Anforderungen gerecht zu werden. KNX RF, eine funkbasierte Lösung, hatte zunächst einen schlechten Ruf und war auf den europäischen Markt beschränkt, während die Erweiterung KNX RF Multi hier Abhilfe schuf. Insbesondere das neue KNX IoT gilt als Lösung für globalen Einsatz mit niedrigeren Aufwänden für neue Hersteller von KNX Produkten. Praktische Hürden bestehen weiterhin, da Hersteller oft Umsatz über KNX-Kompatibilität stellen, insbesondere bei Geräten wie Wärmepumpen.

Manfred Wojciechowski, Leitung der Smart Home Initiative, skizzierte eine Vision für Smarthomes, in der Gemütlichkeit und Personalisierung von Kontext, Semantik und individuellen Bedürfnissen abhängen. Er schlug vor, dass persönliche KI-Agenten Nutzerpräferenzen in Personal Smart Spaces (z. B. Smartphones) kennen und mit Umgebungssmartspaces (z. B. Gebäude) kommunizieren könnten. Das Ziel ist eine nicht-deterministische Steuerung durch KI, die Sensorinformationen und Kontext interpretiert. Dieses Thema wird auf der nächsten Expertenrunde vertieft, die gemeinsam mit der Digitalen Stadt Düsseldorf an der Hochschule Düsseldorf organisiert wird.

Diskussionspunkte aus dem Publikum

In der Diskussion wurde betont, dass KNX Deutschland an praktischen Showcases arbeitet, um die Bedeutung von Gebäudeautomation zu demonstrieren. Zudem wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, technische Planende und Architekt:innen stärker in KNX-Projekte einzubinden. Die fehlende KNX-Kompatibilität bei Geräten wie Wärmepumpen bleibt eine Hürde, wobei KNX IoT hier Abhilfe schaffen könnte.

Fazit

KNX bleibt ein zentraler Standard für Gebäudeautomation und hat mit KNX Secure die Sicherheit auf ein starkes Fundament der Interoperabilität gestellt. Es bleiben Herausforderungen in der Marktakzeptanz. Die Expertenrunde betonte die Notwendigkeit von praktischen Showcases, besserer Aufklärung und KI-gestützten Lösungen.